Ein Skorpion sitzt am Rande eines Baches und schaut auf die andere Seite. Da sieht er einen Frosch und fragt:

„Frosch, kannst du mich nicht nach drüben bringen?“.

Der Frosch antwortet:“Du wirst mich mitten im Bach stechen und dann bin ich tot“.

„Guter Einwand“ sagt da der Skorpion „aber dann ertränke ich selbst“.

„Klingt logisch“ sagt da der Frosch – „spring auf“.
Mitten im Bach spürt der Frosch einen Stich und während ihm die Sinne schwinden, ruft er „Skorpion, du Schwachkopf! Nun werden wir beide sterben!“ „Ja ich weiss. “ entgegnet ihm der Skorpion – „Verdammte Scheisse. Aber was soll ich machen: Das ist nun mal mein Charakter.“

Wer sind die Urheber?

Veröffentlicht: 12. Oktober 2011 in Die Welt ist alles, was der Fall ist

Auf http://www.cicero.de/salon/urheberrecht-kunst-piraten-kampf-um-digitale-brotkrumen/46086 war etwas zu lesen, was ich bestenfalls als industriefreundlichen  Rant wahrnehmen kann. Es wäre aber gern ein politischer Kommentar. Lest halt selbst.

Eine saubere Unterscheidung ist nicht zu viel verlangt von einem Journalisten, der als Profi wahrgenommen werden will. Offenkundig will das nicht jeder…
Wovon ist die Rede beim Urheberrecht? Um die Rechte von Autoren, Musikern, Regisseuren? Wer das glaubt, ist dumm, wer das glauben machen will, lügt. Aber der Reihe nach: Es finden downloads statt, von Musik, von Filmen, von Texten und jeweils aus unterschiedlichen Gründen.
Musik wird mittlerweile und in der Hauptsache, gegen Geld bei Apples iTune-Store geladen. Warum? Weil die die einzigen sind, die ein funktionierendes Geschäftsmodell haben. Das Umsonst-Modell von Napster, eMule & Co hat VOR iTunes schon deshalb funktioniert, weil es keine legalen Alternativen gab. Wenn ich aber meinen Pop-Kram für ein paar Euro ohne Mühen und legal kriege: Wozu dann der Aufwand…
Beim Film ist es komplizierter. Aber auch hier haben wir es – wie bei der Musik vor iTunes – mit dem Versagen einer Industrie und ihres Geschäftsmodells zu tun: Es gibt keinen einzigen legalen Streaming-Dienst im deutschsprachigen Raum. Denn seien Sie sicher: Niemand hat Lust, einen Film in 15 Einzelportionen aus dem Netz zu laden, wenn er das selbe Produkt legal für 2 Euro ansehen darf. Ja: Ansehen. Das genügt. Ich brauch keine 2000 Filme auf meiner Festplatte (auch wenn der Platz heutzutage da ist).
Was nun das geschriebene Wort angeht, so haben wir ein sehr deutsches Problem und das heisst: Buchpreisbindung. Niemand versteht, dass ein eBook, ohne Druckkosten, ohne Papier, ohne Versandkosten, einen Euro weniger kostet als das oldschool-Original. Niemand, bis auf die Betriebswirte der Verlage…
Wenn die Piratenpartei über Urheberrechte redet, dann redet sie über die Rechte der Künstler. Wenn in der Öffentlichkeit über Urheberrechte gesprochen wird, dann wird gelogen, dass sich die Balken biegen, denn dann ist in Wahrheit von Verwerterrechten die Rede, von den Rechten der Medienindustrie. Da sind sich die Herrschaften von der Dudelgeräuscheindustrie dann auch nicht zu schade für Knebelverträge, die es Sony, Warner, BMG & co erlauben, ihren Künstlern in die Abendkasse zu greifen. Ja, richtig gelesen: Wer bei diesen Herrschaften einen Plattenvertrag unterschreibt, tritt einen Teil seiner Konzerteinnahmen an sie ab.
Schützen wir die Urheber. Schützen wir die Künstler, nicht die Verlage. Der Kutschpferdeindustrie weint auch niemand mehr nach.

Folgende charmante Rechnung tauchte in den Kommentaren der ZEIT auf. Gefällt mir…
„Der Staat nimmt direkt bei der EZB einen Kredit von 72.000.000.000.000€ auf (das klingt zunächst viel, aber 2 Billionen haben wir immerhin schon und es ist für einen guten Zweck). Mit diesem Geld schenkt der Staat jedem Bürger ein Festgeld-Sparbuch von 900.000€. Dieses wird mit 3,00% Zinsen vergütet (aktuelle Angebote trotz Niedrigzinsphase). Der Bürger erhält somit im Jahr 27.000€ Zinsen. Davon werden 25,00% Kapitalertragssteuer abgezogen. Bleiben immerhin 1.800€ netto – damit kann man doch schon ganz gut leben und auch die Krankenversicherung bezahlen (Achtung, Rentenvorsorge ist nicht nötig!). Bleibt nun die Frage, wie der Staat seine Kosten decken will. Ganz einfach: Mit der Kapitalertragsteuer. Von 27.000€ bleiben 6.750€ Steuern mal 80 Millionen Bürger sind 540.000.000.000€ Einnahmen im Jahr. Doppelt so hoch wie der aktuelle Haushalt. An Zinstilgung muss der Staat bei aktuellen EZB-Zinsen von 0,25% genau 180.000.000.000€ zahlen. Dem Haushalt bleibt ein Überschuss von 360.000.000.000€. Beachtenswert ist, dass er keinerlei Ausgaben für Arbeitslosensicherung und Renten als auch normale Zinslasten hat (ohne diese drei Punkte betragen die Ausgaben aktuell in 2010 rund 180.000.000.000€). Sprich, wir können den gesamten Haushalt verdoppeln: Doppelte Ausgaben für Schulen, Forschung und von mir aus auch dieses achso wichtige Kriegssturmheer.. äh Brunnenwehr. Prima oder? Kein Mensch muss mehr arbeiten und jeder Bürger erhält mehr Geld als im aktuellen Durchschnitt – ein Leben lang!“

Was hier vor unseren erstaunten Augen durchgerechnet wird, sind die Privilegien des internationalen Bankstertums, angewendet zum Nutzen der Bürger. Was in einer Demokratie immer die erste Regel sein sollte…

Säkularität. Jetzt.

Veröffentlicht: 12. September 2011 in Die Welt ist alles, was der Fall ist

Demokratie ist notwendig, um die Freiheit des religiösen Bekenntnisses zu gewährleisten. Und der – demokratisch organisierte – säkulare Staat ist die Grundbedingung für neutrale Garantie dieser Freiheit. Unter diesen Prämissen hat das moderne Deutschland einige schwerwiegende Probleme zu lösen:

  1. Die Erhebung einer Steuer zugunsten religiöser Organsationen kann nur mit der nötigen Objektivität zuwege gebracht werden, wenn man hierbei auf so gut wie jede Überprüfung verzichtet. Das heisst, Deutschland müsste auch Steuern eintreiben für Scientology und die Mun-Sekte. Die Piratenpartei plädiert für die Abschaffung der Kirchensteuer, denn dieser – und jeder weitere, daraus folgende – Zielkonflikt, ist für ein freies, demokratisches Gemeinwesen nicht wünschenswert.
  2. Es darf in diesem Land nur ein Arbeitsrecht geben. Das Paralleluniversum des sogenannten „kirchlichen Arbeitsrechts“ ist ein eklatanter Verstoß gegen das Gleichbehandlungsgebot des Grundgesetzes. Aus diesem Grund wurde diese juristische Mißgeburt dann ja auch von den handelnden Knallchargen der sogenannten Volksparteien nicht im Arbeitsrecht, sondern im hinteren Teil des Grundgesetzes eingefügt. So werden über eine Million Arbeitgeber um ihr Recht auf betriebliche Vertretung, Tarifverhandlungen und Streik betrogen. Das ist nicht länger hinnehmbar.
  3. Der schöne Brauch, Kinder per Geburt in eine Religionsgemeinschaft zu vereinnahmen mag zwar der Replikationsmechanismus so ziemlich aller Religionen sein – die daraus in aller Regel folgende frühkindliche religiöse Indoktrination verwandelt die Freiheit des Bekenntnisses in ihr genaues Gegenteil: Mensch hat die Freiheit, sich zu den Folgen der erfolgten Gehirnwäsche zu bekennen. Endgültig bizarr wird der ganze Unfug dann, wenn man den Fängen dieser Seelenfänger entkommen will, die Einen ungefragt&kostenfrei vereinnahmt haben – dann wird eine nicht unerhebliche Verwaltungsgebühr fällig.

Dieses Land hat verdient, ein freies Land für freie Bürger zu sein. Die allgegenwärtige Verstrickung von Staat und Kirche hat Deutschland nicht verdient. Und seine Bürger allemal nicht. Machen wir aus diesem Land endlich einen modernen, säkularen Staat.

Ab sofort wird von hier gebloggt. Und zwar – voraussichtlich – strikt unregelmässig. Ich mach dann schon ein G-räusch auf den üblichen Kanälen, wenn hier was – mal mehr, mal weniger – lesenswertes steht.

 

Bis dahin

schwarzbart